Terrassenbelag | nur welcher?

11.01.2018 22:12

Sie sind gerade in der Überlegung oder schon in bei der Planung einer neuen Terrassenanlage und sind sich noch unschlüssig, welches Deckmaterial Sie verwenden wollen?
Dazu haben wir Ihnen unseren kleinen Ratgeber entworfen, welcher Ihnen ein paar Fragen beantorten soll.

Bedingt durch die umfangreise Auswahl, stellt sich Ihnen die Frage WPC, Tropenholz, Thermoholz oder Nadelholz.
Unsere nachfolgende Auswahl soll Ihnen helfen, Ihre Suche zu vereinfachen.

Unsere Auswahlkriterien

Wenn Sie bezüglich des Materials, aus dem Ihr Terrassenbelag bestehen soll, noch nicht festgelegt sind, gibt es einige Kriterien, die Ihnen bei der Entscheidung helfen. Beantworten Sie für sich zunächst einige wichtige Fragen, um die Auswahl der passenden Terrassendielen systematisch einzugrenzen:

Welches Budget haben Sie geplant?

Sie sollten sich zunächst die Frage stellen, wieviel Geld Sie ausgeben wollen, da manche Materialien möglicherweise schon hiernach nicht mehr infrage kommen. Wählen Sie aber keinesfalls ausschließlich nach dem Preis aus man kann auch am falschen Ende sparen. Qualität hat nun einmal ihren Preis, was sich beim Vergleich von Dielen aus verschiedenen Preissegmenten anhand diverser Faktoren wie der Dauerhaftigkeit oder dem Anwendungsbereich zeigt. Doch nicht jede Einbausituation einer Terrasse stellt die höchsten Anforderungen an das Material. Manchmal reicht vielleicht die „kleinere Lösung“. Schätzen Sie also gut ab, welches Material für Ihre Situation die richtige Wahl ist. Die Preise für Terrassendielen sind in laufenden Metern angegeben. Sie lassen sich daher nicht in der Weise vergleichen wie die Quadratmeterpreise für Parkett oder Fliesen. Diele A kann beispielsweise im Preis für den laufenden Meter teurer sein als Diele B, wegen ihrer Breite aber auf die gesamte Fläche gerechnet günstiger: Denn sie bedeckt auf der gleichen Länge mehr Fläche und die Kosten für die Unterkonstruktion sind geringer. Auch Kosten für Montagematerial wie Schrauben, Clips etc. müssen Sie einrechnen.

Holzdielen bedürfen viel Pflege, und Zeitaufwand. Hier stellt sich die Frage, wieviel man nachhaltig in diese investieren möchte.

Pflegeöle für Langanhaltende Optik und zur Vermeidung von Vergrauung.

Die Frage, inwieweit man Lust und Zeit für regelmäßige Reinigung und vor allem Pflege hat, ist ganz entscheidend für die Materialauswahl. Wer sich nach der Verlegung nicht großartig um dieses Thema kümmern möchte, zu dem passt ein Produkt aus WPC. Denn Hartholz, Thermoholz und Nadelholz erfordern regelmäßige Pflege und Nachbehandlung. Etwa einmal im Jahr muss man die komplette Fläche mit einem speziellen Öl oder einer Lasur behandeln, damit die Optik möglichst lange erhalten bleibt und das Holz sich nicht verzieht oder splittert.

Wo liegt die Terrasse?

Je nach regionaler Lage und Position am Haus ändert sich die witterungsbedingte Beanspruchung der Terrasse. Die ständige Einwirkung von Feuchtigkeit stellt sehr hohe Anforderungen an das Material. Terrassen, die nach Norden oder Osten ausgerichtet sind, brauchen sehr lange zum Trocknen. Oft sind das Holz oder zumindest die Unterkonstruktion dauerhaft feucht. Hier sollten Sie sich für eine Lösung aus WPC entscheiden. Je weniger Niederschlag in Ihrem Gebiet üblicherweise vorkommt, desto eher können Ihre Terrassendielen aus Holz sein.

Wie sollen sich die Dielen anfühlen und und wie sollen diese aussehen?

Gerade das Barfußgefühl von Terrassendielen ist ein wichtiges Entscheidungskriterium. Diese Frage können Sie nur individuell beantworten. Wer es natürlich mag, sollte auf Hartholz, Thermoholz oder Nadelholz setzen mit allen Vor- und Nachteilen. Viele mögen den individuellen Charakter einer Holzterrasse. Auch das Gefühl, Barfuß auf echtem Holz zu laufen, kann ein Argument gegen Dielen mit Kunststoffanteil sein.Andere schätzen an WPC gerade die gleichmäßige Optik und die Splitterfreiheit, die Holz nicht bietet. Dafür unterscheiden sich WPC-Dielen aber auch optisch teils stark von Echtholzdielen. Dies hängt vor allem vom Kunststoffanteil ab. Informieren Sie sich außerdem, wie sich die unterschiedlichen Materialien mit der Zeit verändern. Die Farbe von WPC-Dielen ändert sich gerade in der ersten Zeit nach der Verlegung sehr stark, bleibt nach dieser „Farbreifung“ aber stabil – auch ohne regelmäßige Pflege. Holzdielen ändern ebenfalls ihre Farbe mit der Zeit. Sie bedürfen allerdings regelmäßiger Nachbehandlung, um die ursprüngliche Farbgebung zu erhalten und Abnutzungserscheinungen einzudämmen.

Geht es um eine Neueinrichtung oder eine Renovierung?

Die Antwort auf diese Frage beeinflusst vor allem die Unterkonstruktion. Diese besteht in der Regel aus dem gleichen Material wie die Dielen selbst, damit das Quell- und Schwindverhalten identisch ist. Man errichtet eine Terrasse in der Regel entweder auf einem bestehenden Fundament, auf dem alten Terrassenbelag oder komplett neu auf unbefestigtem Erdreich. Wie man die Unterkonstruktion schließlich ausführt, hängt auch vom Hersteller und vom Produkt ab.

Wie werden die Dielen verlegt?

Sie können alle Arten von Terrassendielen selbst verlegen, auch als Laie. Wichtig ist, dass Sie das richtige Werkzeug zur Hand haben und die Verlegehinweise genau beachten. Nur dann verläuft die Verlegung reibungslos, und die Terrasse hält so lange wie vom Hersteller zugesagt.

Im Folgenden finden Sie eine kurze Charakterisierung einzelner Gruppen von Materialien.

Tropenholz

Cumaru-Terrassendiele, glatt gehobelt

Der Sammelbegriff „Tropenholz“ umfasst Holzarten, die sehr faserig sind und eine sehr enge Gefäßstruktur besitzen. Daraus resultieren das hohe Gewicht und die gute Festigkeit. Hartholz ist entsprechend belastbar und gut für den Einsatz im Freien geeignet. Es trotzt bei richtiger Pflege auch harten und wechselnden Witterungsverhältnissen. Insbesondere Holzarten wie Bangkirai, Garapa, Ipe, Cumaru und Walaba sind zudem wegen ihrer attraktiven Farben und Maserungen beliebt. Weitere gängige Arten von Hartholz sind Mandioqueira und Massaranduba.Alle genannten Sorten unterscheiden sich zudem in der Festigkeitsklasse, Verwindungsfreiheit und Splitterneigung. Die Kombination aus guten funktionellen und optischen Eigenschaften, die für alle Sorten gilt, macht Hartholz zu einer guten Wahl für langlebige Terrassendielen. Wichtig ist jedoch, die Anweisungen zur Reinigung und Pflege zu berücksichtigen, um negative Effekte wie das Verblassen der Farbe oder Risse in der Oberfläche zu minimieren. Der Pflegeaufwand ist deutlich höher als z. B. bei WPC-Terrassendielen.
Fazit: Wer auf natürliche Optik und Haptik schwört und kein Problem mit der regelmäßig notwendigen Pflege hat, der ist mit Terrassendielen aus Hartholz gut bedient.

WPC, oder BPC naturfaserverstärkte Kunststoffprodukte

Terrassendiele aus WPC, Vollprofil-Ausführung

In den vergangenen Jahren immer populärer geworden sind Terrassendielen mit Holz- und Kunststoffanteil, meist als WPC (Wood Plastic Composite) bezeichnet, oder Dielen, die komplett aus Kunststoff bestehen. Diese sind in den unterschiedlichsten Zusammensetzungen, Dekoren und Größen erhältlich. Auch Produkte mit Bambusanteil (BPC) gehören in diese Kategorie. Deren Eigenschaften sind nahezu identisch mit jenen von WPC-Dielen. Man unterscheidet bei WPC/BPC-Produkten zwischen Hohlprofil-Dielen und Massivdielen. Letztere sind schwerer, länger haltbar und im Preis entsprechend höher angesiedelt. Einige grundlegende Aussagen lassen sich für den Großteil der Produkte aus diesem Bereich treffen: Große Pluspunkte von WPC-Dielen sind der geringe Aufwand für Pflege und Reinigung, die Splitterfreiheit sowie die sehr hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Pilz-, Schimmel- und Insektenbefall. Aufgrund des Anteils an Kunststoff quellen und schwinden die Dielen nur geringfügig und sind ohne regelmäßige Nachbehandlung länger haltbar als die Holz-Vertreter. Es reicht in der Regel eine einfache Reinigung mit Wasser, einem Schrubber und herkömmlichem Reinigungsmittel. Manche Hersteller versprechen eine Lebensdauer von bis zu 30 Jahren. Fazit: Naturfaserverstärkte Kunststoffprodukte eignen sich für jeden, der eine holzähnliche Optik bevorzugt, aber mit der Pflege wenig zu tun haben möchte.

Thermoholz

Thermobehandelte Esche, glatte Sichtseite

Als Thermoholz eignen sich z. B. Esche, Kiefer und Eiche. Diese heimischen Hölzer kommen zwar ohne Behandlung nicht für den Einsatz als Terrassendielen infrage, die spezielle Wärmebehandlung verleiht ihnen jedoch die nötigen Eigenschaften für den Außeneinsatz ohne Zusatz von Chemikalien. Mögliche Nachteile wie Schädlingsbefall oder Schimmel, die bei diesen Holzarten ansonsten entstehen, sind durch die Behandlung praktisch ausgeschlossen. Das Holz ist entsprechend haltbar und beständig gegenüber wechselnden Witterungsverhältnissen. Das geringe Quell- und Schwindverhalten ist ein Vorteil von Thermoholz gegenüber Hartholz. Die Möglichkeit, Dielen aus Thermoholz mit dem Nut-Federsystem zumindest in der Länge ähnlich wie Parkett „endlos“, also ohne Fugen zu verlegen, beschleunigt die Montage, verringert den Verschnitt und schafft ein homogenes Bild. Der Pflegeaufwand ist ähnlich hoch wie bei Hartholz-Dielen. Bei den Oberflächen gibt es eine große Auswahl: von gebürsteten über glatt gehobelte bis hin zu geriffelten Varianten. Auch die Farbtöne sind vielfältig: helle Töne sind ebenso vertreten wie bräunliche oder besonders dunkle.
Fazit: Wer die heimischen Hölzer auch im Außenbereich bevorzugt und eine längere Haltbarkeit als beim Nadelholz wünscht, für den ist Thermoholz die richtige Wahl.

Nadelholz

Douglasie-Terrassendiele, beidseitig profiliert

Sibirische Lärche, Douglasie und Kiefer auf diese Holzsorten werden Sie immer wieder stoßen, wenn Sie sich für Terrassendielen aus Nadelholz interessieren. Diese gängigen Hölzer sind gleichermaßen widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse sowie gegen schädliche Insekten und Pilze. Da sie sich gut bearbeiten lassen, sind die Möglichkeiten der Oberflächenausführung der Terrassendielen aus Nadelholz sehr vielfältig ob gehobelt oder geriffelt, gestrichen, gebeizt oder lackiert. Das Farbspektrum reicht je nach gewählter Sorte und Behandlung von Braun- über Rot- bis hin zu Gelbtönen. Hier besteht also ein großer Gestaltungsspielraum. Nadelhölzer sind von Natur aus leichter und weniger hart als Sorten wie Bangkirai oder Garapa. Entsprechend ist die Haltbarkeit generell geringer, was zu einem niedrigeren Preis der Dielen im Vergleich zu Hartholzdielen führt. Regelmäßige Pflege ist auch bei diesen Holzarten wichtig, um die Optik lange zu erhalten und die Lebensdauer zu maximieren.
Fazit: Terrassendielen aus Nadelhölzern sind für Anwender geeignet, die im Preiseinstiegsbereich eine natürliche Lösung suchen, mit Abstrichen bei der Haltbarkeit.

Fachberatung vor dem Kauf

Wenn Sie unsicher sind und vor der Auswahl der passenden Terrassendielen mit Blick auf Ihre Bausituation Fragen haben, kontaktieren Sie unsere Fachberater oder den Hersteller. Selbst bei Produkten aus dem gleichen Material gibt es von Hersteller zu Hersteller teilweise große Unterschiede. Viele Entscheidungen hängen von individuellen Faktoren ab und pauschale Aussagen sind nicht möglich. Lesen Sie hier, wie Sie in drei Schritten Ihrer Wunsch-Terrassendiele schon etwas näher kommen. Um Optik sowie Haptik am besten zu beurteilen, empfehlen wir, dass Sie sich die Dielen vor dem Kauf einmal anschauen. Hierzu können Sie sich Muster der infrage kommenden Dielen bestellen und nach Hause liefern lassen. Haben Sie mit dem Bau der Terrasse noch Zeit, empfehlen wir die frühzeitige Bestellung eines oder mehrerer Muster. Diese können Sie der Witterung über einen längeren Zeitraum aussetzen. So erhalten Sie eine Vorstellung davon, wie die Dielen hinsichtlich Ihrer Eigenschaften von Sonneneinstrahlung und Regen beeinflusst werden.